drollig// Nur die Dicken kommen durch den Winter

Hoch lebe der gesunde Appetit

Murmeltiere Alpen, ungestört futtern
© alpen-erleben.com

Der biologische Wecker klingelt, wenn es draussen wärmer wird und dann erwacht das Murmeltier. Schön anzusehen....


Wer gerade jetzt in den Sommermonaten in den Alpen wandert, hört Sie oft schon aus großer Entfernung, bevor man eines der putzigen Alpenmurmeltiere „Marmota marmota“ zu Gesicht bekommt.

Neugierig stehen sie auf ihren Hinterbeinen und beobachten die Wanderer aus der Ferne. Jetzt, wo der Nachwuchs geboren ist, finden sie reichlich Blüten, Gräser, Kräuter und Wurzeln. Bis zum Herbst müssen alle ordentlich an Gewicht zugelegt haben.

Im alpinen Frühling und Sommer wird erstmal alles gefressen, was gerade wächst. Ab Juni stehen dann bevorzugt Alpen-Mutterwurz, Ungleichblättriges Labkraut oder Alpenklee auf den Speiseplan. Alle drei Pflanzen liefern die wichtigen Omega-6-Fettsäuren, die im Fettgewebe der Murmeltiere gespeichert werden, um im tiefen Winterschlaf die kalten Temperaturen besser zu ertragen.

Ab September, wenn die Tage langsam kürzer werden, ziehen sich die Murmeltiere in ihren Bau zurück. Der Winterbau wird meist bis zu sieben Metern tief in die Erde gegraben. Bald darauf verschließen sie die Zugänge von innen, wo sich später eine isolierende Eis- oder Schneeschicht darüberlegt. Dicht aneinander gekuschelt wärmen sich die Murmeltiere während des Winterschlafs. Die Temperatur in der Schlafkammer sinkt nie unter null Grad. Bis zu sieben Monate halten Sie nun Winterschlaf. Allein ihre Fettreserven bringen sie durch die kalte Jahreszeit. Ihr Körper fährt den Stoffwechsel runter, ihre Körpertemperatur sinkt bis auf die Umgebungstemperatur ab und ihr Herz schlägt nur noch sehr langsam.

Ab April, wenn der Alpenfrühling beginnt, geht dann alles wieder von vorn los…


Urlaubstipp:
Wer in seinem Urlaub unbedingt die putzigen Alpenbewohner sehen möchte, sollte die Ferienregion Saas Fee in der Schweiz besuchen. Auf dem sogenannten „Spielboden“ (2.450 m ü. M.) tummeln sich ab Frühjahr unzählige von den putzigen Kerlchen.  Sie lassen sich gerne mit Karotten und Erdnüssen füttern. Das eine oder andere Murmeli holt sich sogar seine Streicheleinheit ab – ein unvergessliches Erlebnis.