Bayern Tölzer Land

Löwenzahnfrühling im Tölzer Land

Die neue Liebe zu alten Kräutern

Löwenzahn_Bayern Urlaub

Löwenzahnfrühling im Tölzer Land | © Archiv Tölzer Land Tourismus, Foto Patricia Huppertz

Tölzer Land Tourismus
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83646 Bad Tölz
Tel. +49 8041 505206
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Schmecken, Fühlen, Riechen – in der Kräuter-Erlebnis-Region

erleben Urlauber die Natur zwischen Loisach und Isar mit allen Sinnen Die Jagd ist eröffnet. Allen voran marschiert Andrea Winkler, ausgerüstet mit einem Rucksack für die Beute. Konzentriert nimmt sie Witterung auf, alle Sinne sind auf Empfang geschaltet. Denn nur so lässt sich bei einer Wildkräuterwanderung im Löwenzahnfrühling des Tölzer Landes ein reicher Fang nach Hause bringen.

Vor einigen Jahren hat die Kräuterpädagogin Andrea Winkler ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sobald sich die ersten Knospen aus der Erde wagen, sind sie und ihre Kolleginnen draußen im Grünen beim Schmecken, Riechen, Fühlen – zusammen mit etlichen Sammlern und Jägern, die an den Kieselstränden der Flüsse, in den Auwäldern und auf den Trockenwiesen die wilden Wurzeln der Region entdecken wollen. Alle packt das Jagdfieber – und fast alle kommen wieder, wie die zwei Münchner Iris und Heinz, die ihre Küche verfeinern wollen oder die Bäuerin Magda, die eine eigene Kräuterseife im Hofladen anbieten möchte. Und einige frisch angekommene Urlauber mit Lust auf Luft und Duft sind auch dabei.

Wer möchte, kann durch die stillen Wälder des Tölzer Moränengebietes ins verwunschene Ellbachmoor wandern, in dem sich die Eiszeitrelikte wie Enzian, Trollblume und wilde Heidekräuter entdecken lassen. Sportlicher im Schritt und mit deutlich schnellerem Atem geht es beim Nordic-Walking-Programm für Anfänger und Fortgeschrittene durch die schönsten Löwenzahnwiesen. Oder wie wär’s mit einer Radtour rund um Kochel? Im Angesicht von Jochberg und Herzogstand schlängelt sich der Weg durch die sanfte Moorlandschaft vorbei am Kloster Benediktbeuern.

In einem der ältesten Klöster Bayerns ist ein jahrhundertealtes Kräuter-Rezeptar zu Hause. Heute dreht sich die ganze Region rund um die würzigen Pflänzchen: Vom Kräuter-Erlebnis-Park in Bad Heilbrunn, der mit Führungen, Kursen und Vorträgen über Brauchtum, Heilkraft und Wachstum informiert und ganz nebenbei einen herrlichen Raum für Entspannung und Meditation bietet, über das bäuerliche Kräuterstüberl in Wackersberg, in dem Besucher immer samstags mit feinsten Kräuterkreationen verwöhnt werden, bis zur Gundermann-Akademie in Bad Heilbrunn, die uraltes Wissen über heimische Kräuter und deren biologische Zusammenhänge vermittelt. Seit 2002 haben sich knapp 40 Bäuerinnen zu zertifizierten Kräuterpädagogen fortgebildet, ein umfangreiches Angebot entwickelt und so die Kräuter-Erlebnis-Region mitgeprägt.

Das Tölzer Land vereint alles, was so typisch fürs bayerische Voralpenland ist: Natur, Tradition, Heimatverbundenheit und eine Landschaft, deren Schönheit und Farben schon den bekannten expressionistischen Maler Franz Marc begeisterte, der sich in Kochel niederließ und dessen Werke im dort gelegenen Franz-Marc-Museum zu bewundern sind. Unzählige Pfade schlängeln sich entlang der Flusstäler von Loisach, Isar und Jachen und hoch in die Flanken von Brauneck und Herzogstand. Wer sich beim Abstieg – fast – „selbst überholen“ möchte, kann dies am Blomberg bei einer Rutschpartie auf der Sommerrodelbahn oder am Lenggrieser Hausberg Brauneck auf dem Jaudenhangflitzer ausprobieren. Erst im Juni, wenn der letzte Löwenzahn sich zur Pusteblume gewandelt hat, ist Kehraus für den Löwenzahnfrühling. Aber bis dahin hat Andrea Winkler mit allen Gästen und Kindern jeden Tag neu festgestellt, ob sie Engel oder Bengel sind – das verrät ein kleiner schwarzer Punkt auf der ausgepusteten Blume.